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Alltagsmathematik mit Alltagsgegenständen unterrichten

Publiziert: 4.2.2020

Lire et Ecrire Belgique stellt auf seiner Webseite Unterrichtsmaterialen zur Verfügung, um Alltagsmathematik anhand praktischer Anschauungsbeispiele verständlich zu unterrichten. Die didaktisch erprobten Lehrmaterialien nutzen Alltagsgegenstände (Lineal, Gummibänder, Scheren, Flaschen, Wasser, etc.) um zentrale mathematische Konzepte zu vermitteln und damit alltägliche Fragestellungen zu beantworten.

Zu den Unterrichtsmaterialien (auf Französisch)

Internetnutzung in den Haushalten im Jahr 2019

Publiziert: 4.2.2020

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat neue Zahlen zur Internetnutzung in den Schweizer Haushalten publiziert: «Mehr als neun von zehn Personen in der Schweiz nutzen das Internet und nahezu die gesamte Bevölkerung unter 55 Jahren sowie mehr als die Hälfte der Menschen ab 75 Jahren surfen im Netz». Deutliche Unterschiede zeigen sich aber bei der Internetnutzung und dem Bildungsstand. Nahezu alle Personen mit Tertiärabschluss, d. h. 98% der Absolventen einer Fachhochschule, Universität oder einer höheren Berufsbildung, nutzen das Internet – hingegen sind es nur 80% bei den Personen ohne nachobligatorische Ausbildung. Ein ähnlicher Zusammenhang ist auch bei den Einkommen zu beobachten, da Personen mit geringeren Einkommen im Schnitt über tiefere digitale Kompetenzen verfügen. Die Studie zeigt ferner auf, dass bei den 55- bis 64-Jährigen nur ein Drittel über fortgeschrittene digitale Kompetenzen verfügen. In der Arbeitswelt werden digitale Kompetenzen aber meist vorausgesetzt und in Zukunft weiter an Bedeutung zulegen. So gaben in der Befragung 87% der Erwerbstätigen an, für die Arbeit einen Computer zu verwenden. Damit wird der hohe Bedarf an Aus- und Weiterbildung im Bereich digitaler Kompetenzen deutlich ersichtlich.

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Working Poor trotz Arbeit

Publiziert: 28.1.2020

Die Dringlichkeit von Bildungsstrategien für Geringqualifizierte zeigt sich auch im Kanton Luzern: So ist die Sozialhilfequote seit 2011 rückläufig, doch steigt die Zahl der Working Poors – Menschen, die trotz Arbeit in Armut leben und auf Sozialhilfe angewiesen sind. Zu den Risikogruppen zählen besonders Personen mit mangelnden Sprachkenntnissen und Grundkompetenzen. Erschwerend wirkt sich aus, dass diese Arbeitskräfte vermehrt in Niedriglohnsektoren (u. a. Gastgewerbe, Reinigungs- und Logistikbranche) arbeiten, in denen sich die Arbeitsbedingungen verschärft haben und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunehmend auf Abruf- oder Stundenlohn-Basis angestellt sind.

Trotz Arbeit arm: Zahl der Working Poor im Kanton Luzern nimmt zu (Luzerner Zeitung, 06. Januar 2020)

Stadt Zürich: Bildungsstrategie für Geringqualifizierte

Publiziert: 28.1.2020

Die Stadt Zürich hat eine neue Bildungsstrategie verabschiedet, um die Arbeitsmarktfähigkeit geringqualifizierter Menschen zu erhöhen. Es zeigt sich, dass besonders Menschen ohne Berufsbildungsabschluss auf Sozialhilfe angewiesen sind. Zudem werden Geringqualifizierte, wenn sie einer Arbeit nachgehen, meist schlechter entlohnt, als wenn sie über eine höhere Qualifikation verfügen würden. Die neue Bildungsstrategie der Stadt Zürich möchte hier anknüpfen und misst der Aus- und Weiterbildung für den Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit und die finanzielle Selbständigkeit hohe Bedeutung zu. Die Stadt beabsichtigt, mittels Präventions- und Sensibilisierungsarbeit sowie finanzieller Unterstützung für Weiterbildungsmassnahmen die Arbeitsmarktchancen von Betroffenen langfristig zu verbessern. 

Medienmitteilung der Stadt Zürich

‘Finanzieller’ Analphabetismus

Publiziert: 27.1.2020

Wie ein Bericht der NZZ darlegt, sind viele Menschen mit einfachen Finanzfragen überfordert. Laut dem Bericht hat ein Grossteil der Bevölkerung grosse Wissenslücken im Bereich der finanziellen Grundbildung, besonders ausgeprägt sei dies bei jüngeren und älteren Bevölkerungsschichten und geringqualifizierten Personen. Unter finanzieller Grundbildung wird etwa der alltägliche Umgang mit Geld oder das Vorausplanen in wirtschaftlichen Angelegenheiten verstanden. Personen mit ungenügender finanzieller Grundbildung laufen daher eher Gefahr, finanzielle Fehlentscheide zu treffen und von Überschuldung oder Altersarmut (infolge fehlender Rücklagen) betroffen zu sein. 

Wirtschaftsprofessorin warnt: «Die Mehrheit hat nicht einmal ein elementares Finanzwissen» (NZZ am Sonntag, 04. Januar 2020)

Beitrag des Deutschlandfunks: «Wir brauchen ökonomische Kompetenzen» (Deutschlandfunk, 18. Januar 2020)

Der grosse Mehrwert der frühen Sprachförderung

Publiziert: 21.1.2020

Um die Chancengleichheit von Kindern zu wahren und einem späteren sozialen Abstieg entgegenzuwirken, ist Bildung wichtig. Eine Berufslehre oder ein höherer Bildungsabschluss setzen aber gute Sprachkenntnisse voraus. Die Weichen dazu werden bereits im frühen Kindesalter gelegt. Verschiedene Schweizer Städte haben den Handlungsbedarf erkannt. So etwa die Städte Bern und Basel, die Sprachförderprogramme in Kindertagesstätten und Spielgruppen initiiert haben, damit Kinder mit ausreichenden Deutsch-Kenntnissen in den Kindergarten eintreten. Damit wird die Chancengleichheit fremdsprachiger Kinder gefördert und dem Risiko fehlender Sprachkompetenzen im Erwachsenenalter entgegengewirkt. 

Kinder sollen schon im Spielgruppenalter Deutsch lernen (Berner Oberländer, 09. Januar 2020)

Alle Kleinkinder sollen Deutsch lernen (Der Bund, 10. Januar 2020)

Kommentar: Darum ist die frühe Deutschförderung so wichtig (Der Bund, 10. Januar 2020)

Hinsichtlich der frühen Sprachförderung deuten neuere Studien auf die Relevanz des Vorlesens für die günstige Entwicklung der Sprachfähigkeit und des Lesenlernens hin:

Neue Vorstösse zur Weiterbildung

Publiziert: 21.1.2020

Im Parlament wurden verschiedene Geschäfte eingereicht, die sich mit der Weiterbildung auseinandersetzen:

  • Das Postulat Wüthrich (19.4284) beauftragt den Bundesrat, Modelle vorzustellen, die es Erwachsenen ermöglichen, ihren Lebensunterhalt während einer Ausbildung oder Umschulung zu finanzieren und die einen fünf- oder zehntätigen  Bildungsurlaub für Arbeitnehmende vorsehen. Der Bundesrat empfiehlt, das Postulat abzulehnen. Er begründet dies damit, dass die Schweiz bei der Weiterbildungsbeteiligung einen Spitzenplatz einnimmt, die Weiterbildung grundsätzlich in der Verantwortung jeder und jedes Einzelnen liegt und nebst dem Stipendienwesen und den Sozialversicherungen weitere Fonds zur Förderung der Weiterbildung bereitstehen. Das Geschäft wurde im Nationalrat eingereicht, eine Behandlung ist ausstehend.
  • Parallel zum Postulat Wüthrich wurde die Motion Wüthrich (19.4285) eingereicht. Sie beauftragt den Bundesrat die Bundesverfassung so anzupassen, dass dem Anspruch auf lebenslanges Lernen Rechnung getragen wird. Der Bundesrat lehnt die Verfassungsänderung ab und hält fest, dass das Bildungssystem bereits auf lebenslanges Lernen ausgerichtet ist. Ferner verweist er auf das Weiterbildungsgesetz, das die Unterstützung des Bunds und der Kantone in Ergänzung zur individuellen Verantwortung vorsieht, sowie auf den Fördertatbestand, welcher Erwachsenen mit mangelnden Grundkompetenzen den Weg in die Bildung ermöglichen soll. Das Geschäft ist im Nationalrat zur Behandlung vorgesehen.
  • Ein ähnliches Anliegen verfolgt die Motion Munz (19.4088): Sie fordert den Bundesrat auf, einen paritätischen Fonds zu schaffen, der durch Bund, Kantone und Arbeitgeber finanziert wird und mit welchem finanzielle Mittel für die Weiterbildung und Umschulung von Menschen bereitgestellt werden. Davon sollen vor allem gering qualifizierte Personen profitieren, die von der Digitalisierung bedroht sind. Der Bundesrat lehnt in seiner Stellungnahme die Schaffung dieses zusätzlichen Fonds ab. Er verweist darauf, dass der Bund nur subsidiär Weiterbildungsmassnahmen unterstützt und sich im Weiterbildungs­gesetz mit dem Förderschwerpunkt zur Stärkung von Grundkompetenzen am Arbeitsplatz bereits entsprechend verpflichtet. Ausserdem hebt er hervor, dass 2019 bereits weitere Massnahmen beschlossen wurden, um die Wiederein­gliederung älterer Arbeitnehmer zu erleichtern. Das Geschäft ist im Nationalrat zur Behandlung vorgesehen.

Schweizerinnen und Schweizer wenden im internationalen Vergleich weniger Zeit für Weiterbildung auf

Publiziert: 16.1.2020

Wie eine internationale Arbeitsmarktstudie («Decoding Global Trends in Upskilling und Reskilling») bei über 366'000 Befragten aus 180 Ländern zeigt, wendet weniger als die Hälfte der Schweizer Arbeitnehmenden (44%) Zeit für Weiterbildung auf. Dieser Wert ist deutlich tiefer als im internationalen Durchschnitt (65%). Anders schneidet die Schweiz ab, wenn es um den Erwerb neuer Fähigkeiten geht. Laut der Studie sind 69% der Befragten bereit, sich mit einer Umschulung für einen neuen Job zu qualifizieren.

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Bundesrat verabschiedet E-Government-Strategie Schweiz 2020-2023

Publiziert: 6.1.2020

Der Bundesrat hat eine neue E-Government-Strategie verabschiedet, in der die vollständige Digitalisierung von Government-Prozessen angestrebt wird und die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden gefördert werden soll. Dazu soll beispielsweise der Ausbau und die Verbesserung des Online-Angebots und die Bereitstellung von Basisdiensten (etwa der elektronischen Identität) vorangetrieben werden.

Zentral ist das Leitbild ‘Digital First’, d.h.:

«Bund, Kantone und Gemeinden priorisieren die digitale Interaktion gegenüber analogen Angeboten für Bevölkerung und Wirtschaft und steigern so die Dienstleistungsorientierung und Transparenz ihres Handelns. »

Parallel dazu verpflichtet sich der Bundesrat, der digitalen Kluft entgegenzuwirken:

«Bund, Kantone und Gemeinden achten auf eine inklusive Umsetzung und beugen einer digitalen Ausgrenzung vor. »

Solche Massnahmen zur Sicherstellung von Partizipationsmöglichkeiten der Bevölkerung sind für die zukünftige Integration aller Bevölkerungsgruppen von zentraler Bedeutung. Gerade Menschen mit Schwierigkeiten im Bereich Grundkompetenzen sind besonders gefährdet, durch zusätzliche technische Hürden den Anschluss zu verlieren. Wichtig ist neben der Verbesserung der digitalen Fähigkeiten auch die Aufrechterhaltung von direkten, persönlichen Zugängen und entsprechenden Beratungsangeboten.

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Kleiner Medienspiegel

Publiziert: 20.12.2019

Diverse deutschsprachige Medien haben in den vergangenen Monaten über Illettrismus, die Relevanz von Grundkompetenzen und die anspruchsvolle Lebenssituation von geringqualifizierten Personen berichtet. Hierzu ein kleiner Medienspiegel:

 

Dazu wurden im deutschen Rundfunk zwei sehenswerte Video-Beiträge ausgestrahlt:

PISA-Studie 2018: Wenig erfreulicher Trend für die Schweiz

Publiziert: 20.12.2019

Die PISA-Studie 2018 hat gezeigt, dass 24% der Schweizer Schülerinnen und Schüler nicht das Mindestmass an Lesekompetenz erreichen, das für eine effektive Teilnahme am Alltagsleben erforderlich ist. Der Anteil der von Leseschwierigkeiten betroffenen Schülerinnen und Schüler in der Schweiz ist gegenüber 2015 um 4 Prozentpunkte gestiegen. Die Veränderung ist statistisch signifikant. Die Auswirkungen dieser Entwicklungen werden auch im Bereich der Grundkompetenzen Erwachsener langfristig spürbar sein.

Die Studie zeigt auch, dass die Schweiz im internationalen Vergleich eine geringe soziale Durchlässigkeit aufweist. Gemäss der Studie sind die Leseleistungen von Kindern vor allem auf ihre soziale Herkunft zurückzuführen.

Im Parlament wurde das Thema mittlerweile auch durch die Interpellation Kutter (19.4474) aufgegriffen. Der Interpellant will vom Bundesrat wissen, wie der Bundesrat Kantone und Gemeinden bei der Leseförderung unterstützt, die in diesem Bereich tätigen Akteure vernetzt und zum Wissenstransfer beiträgt.

Zur PISA-Studie 2018

Weitere Medienberichte zur Studie:

Schweizer Schüler schneiden schlechter ab (SRF, 3. Dezember 2019)
Fachleute appellieren an die Eltern: «Lest mit euren Kindern» (SRF, 3. Dezember 2019)
Die drei wichtigsten Erkenntnisse der Pisa-Studie 2018 im Überblick (NZZ, 3. Dezember 2019)
Pisa-Test: So schlecht schneiden die Schweizer Schüler ab (Der Bund, 3. Dezember 2019)

Welche digitalen Kompetenzen sind im privaten und beruflichen Alltag unverzichtbar?

Publiziert: 2.12.2019

Das SBFI (Staatssekretariat für Bildung,) Forschung, Bildung und Innovation) hat in Zusammenarbeit mit einer Expertengruppe im Rahmen der Strategie «Digitale Schweiz» einen Orientierungsrahmen erstellt, in welchem die digitalen Grundkompetenzen erfasst sind, die für die ‘digitale’ Unabhängigkeit eines Erwachsenen in der heutigen Gesellschaft notwendig sind. Der Orientierungsrahmen beschreibt die wichtigsten Handlungsbereiche und die zugehörigen digitalisierten Aufgaben im täglichen Leben und am Arbeitsplatz. Momentan arbeitet eine weitere Expertengruppe des SBFI an einem ähnlichen Rahmen für die Definition alltagsmathematischer Kompetenzen.

Zum Orientierungsrahmen
Definition ‘digitaler Grundkompetenzen’ auf Kompetence.ch

Alltag ohne Lesen und Schreiben - neuer Dok-Film des ARD

Publiziert: 2.12.2019

Die Reportage portraitiert einen Lernbotschafter, stellt das ALFA-Telefon vor und berichtet über die Hintergründe zum Ausmass der geringen Literalität. Weiter nimmt sie zu den neusten Zahlen der LEO-Studie Stellung.

Zur Reportage